Anwendungsfeld
Biopolymere Brandschutzlösungen — in der freien Landschaft ausbringbar
Sprühbare Präventionsschicht für Vegetationsflächen mit erhöhter Brandexposition — keine halogenierten Wirkstoffe, kein PFAS, biologisch abbaubar nach der Expositionsperiode.
Problemstellung
Warum präventive Maßnahmen systemisch notwendig sind
Großflächige Brandereignisse treten witterungsbedingt häufig gleichzeitig und regional konzentriert auf. Einsatzkräfte und Katastrophenschutzinfrastruktur — Löschflugzeuge, Hubschrauber, Bodentruppen — stehen in solchen Situationen vor Kapazitätsengpässen, die Entscheider zwingen, Gebiete nach Priorität zu behandeln. Ein erheblicher Teil betroffener Flächen bleibt in dieser Phase ohne aktiven Schutz.
Chemische Brandverzögerungsmittel auf Basis halogenierter organischer Verbindungen stehen unter wachsendem REACH-Restriktionsdruck. Mechanische Verfahren wie Freischneiden oder Mulchen sind flächig nicht skalierbar und bieten keinen thermischen Schutz in der kritischen Expositionsperiode.
Daraus ergibt sich die systemische Notwendigkeit präventiver Lösungen: Flächen, die bereits vor dem Brandereignis behandelt wurden, binden im Akutfall keine Kapazitäten — sie sind entweder vor Entzündung geschützt oder verlangsamen die Ausbreitung bestehender Flächenbrände.
Regulatorischer Kontext
Schematischer Schichtaufbau — nicht maßstabsgetreu
Systemansatz
Vier komplementäre physikalisch-thermische Wirkebenen
Das System wird in der Gefährdungsperiode auf identifizierten Risikoflächen ausgebracht — nicht im Brandeinsatz. Die Wirkdauer ist auf Wochen bis wenige Monate ausgelegt und deckt die kritische Sommertrockenphase ab. Nach dem ersten ergiebigen Niederschlagsereignis beginnt der biologische Abbau der Schicht ohne Rückstandsproblematik.
Feuchtekonservierung
Biopolymere Filmmatrix verlangsamt die Austrocknung der behandelten Substratfläche durch hydrophile Bindung von Wasser in der Oberflächenschicht.
Endotherme Kühlwirkung
Mineralische Hydroxide (ATH/MDH) nehmen Wärme durch Zersetzung auf und setzen Wasserdampf frei — die lokale Temperatur wird unter der Zündgrenze gehalten.
Intumeszenz
Strukturgebende Komponenten bilden bei Wärmeexposition eine poröse, isolierende Kohleschicht, die Wärmeübertragung und Sauerstoffzutritt verlangsamt.
Thermische Isolation
Schichtsilikate und strukturgebende Mineralien reduzieren den Wärmedurchgang an der Substratoberfläche und schützen das darunter liegende Material.
Ausbringung
Einsatzfelder
Sechs Anwendungskontexte
Waldränder & Trassenkorridore
Vegetationsflächen mit erhöhter Waldbrandexposition in Hitze-Trockenperioden — lineare Strukturen entlang von Wegen, Lichtungen und Waldrändern mit hohem Anteil trockener Biomasse.
Infrastrukturkorridore
Präventive Saisonbehandlung entlang Bahn, Straße und Energieleitungstrassen — Bereiche mit eingeschränktem Löschzugang und hohem Schadensrisiko bei Flächenbrand.
Truppenübungsplätze
Präventive Vegetationsbehandlung in der feuergefährlichen Sommerperiode — insbesondere auf Flächen mit hohem Anteil trockener Biomasse und eingeschränkter Zufahrt im Gefährdungsfall.
Stallgebäude & Pferdeställe
Pferdeställe konzentrieren hohe Werte auf engem Raum und verfügen selten über flächige Brandschutzsysteme. Laut österreichischer Erhebung (ÖBFV/VVO 2020) sind in 43 % aller Hofbrände Ställe mit Tieren betroffen — der durchschnittliche Schaden liegt bei über 200.000 Euro. BPS entwickelt tierverträgliche Formulierungen in Zusammenarbeit mit Veterinären und lässt diese auf Unbedenklichkeit für Tiere prüfen.
Landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude
Scheunen, Maschinenhallen und Heulager mit hohem Brandlastanteil. Präventive Behandlung der Außenhülle und angrenzender Vegetationsbereiche als Ergänzung zu baulichen Schutzmaßnahmen.
Regionen mit begrenzter Löschkapazitätsverfügbarkeit
Gebiete, in denen der EU-Kapazitätspool (rescEU) bei simultanen Großereignissen keine unmittelbare Ressource darstellt. Präventive Flächenbehandlung als eigenständige Risikoreduzierungsstrategie — unabhängig von reaktiven Löschkapazitäten.
Systemvergleich
Biopolymere Prävention vs. bestehende Verfahren
| Kriterium | Klassische Verfahren | Biopolymere Brandschutzlösung |
|---|---|---|
| Einsatzzeitpunkt | Reaktiv — im Brandeinsatz oder unmittelbar davor | Präventiv — Wochen bis Monate vor der Gefährdungsperiode |
| Flächenskalierung | Mechanische Verfahren (Mulchen, Freischneiden) nicht flächig skalierbar | Sprühauftrag per Hydroseeder oder Luftapplikation — skalierbar auf große Flächen |
| Regulatorik | Halogenierte FR unter ECHA-Restriktionsdruck; PFAS-Löschmittel seit 10/2025 beschränkt | Außerhalb aller aktuellen Restriktionsrahmen — ATH/MDH explizit ausgenommen |
| Biologischer Abbau | Chemische Rückstände im Boden; PFAS persistent | Vollständig biologisch abbaubar — kein Rückstand nach Niederschlag |
| Kapazitätsbindung | Erfordert Einsatzkräfte im Akutfall | Vorbehandelte Flächen binden im Brandeinsatz keine Löschkapazitäten |
Förderprogramme
Relevante EU-Förderrahmen
Das Anwendungsfeld ist relevant für mehrere EU-Förderprogramme im Bereich Katastrophenschutz und Klimaanpassung. BPS plant die Einreichung entsprechender Förderanträge für validierte Systeme.
EU LIFE Climate Adaptation
Förderrahmen für Maßnahmen zur Klimaanpassung — Teilbereich Disaster Prevention und Waldbrandprävention.
DG ECHO — Disaster Risk Reduction
Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz — Förderung präventiver Maßnahmen zur Risikoreduktion bei Naturkatastrophen.
EU-Waldstrategie 2030
Forschungs- und Entwicklungsrahmen im Bereich Waldbrandprävention — Innovationsförderung für naturbasierte Schutzsysteme.
Interesse an präventivem Brandschutz?
Sprechen Sie uns an — ob zu konkreten Anforderungen auf Risikoflächen, möglichen Entwicklungskooperationen oder veterinärmedizinischer Validierung für Stallbereiche.