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Anwendungsfeld

Biopolymere Brandschutzlösungen — in der freien Landschaft ausbringbar

Sprühbare Präventionsschicht für Vegetationsflächen mit erhöhter Brandexposition — keine halogenierten Wirkstoffe, kein PFAS, biologisch abbaubar nach der Expositionsperiode.

Entwicklungsstand
In Entwicklung
Interne Referenz1182-FS
ApplikationSprühverfahrenBodengebunden · Luftapplikation möglich
Regulatorischer Status
PFAS-freiKeine halogenierten FR

Problemstellung

Warum präventive Maßnahmen systemisch notwendig sind

Großflächige Brandereignisse treten witterungsbedingt häufig gleichzeitig und regional konzentriert auf. Einsatzkräfte und Katastrophenschutzinfrastruktur — Löschflugzeuge, Hubschrauber, Bodentruppen — stehen in solchen Situationen vor Kapazitätsengpässen, die Entscheider zwingen, Gebiete nach Priorität zu behandeln. Ein erheblicher Teil betroffener Flächen bleibt in dieser Phase ohne aktiven Schutz.

Chemische Brandverzögerungsmittel auf Basis halogenierter organischer Verbindungen stehen unter wachsendem REACH-Restriktionsdruck. Mechanische Verfahren wie Freischneiden oder Mulchen sind flächig nicht skalierbar und bieten keinen thermischen Schutz in der kritischen Expositionsperiode.

Daraus ergibt sich die systemische Notwendigkeit präventiver Lösungen: Flächen, die bereits vor dem Brandereignis behandelt wurden, binden im Akutfall keine Kapazitäten — sie sind entweder vor Entzündung geschützt oder verlangsamen die Ausbreitung bestehender Flächenbrände.

Regulatorischer Kontext

PFAS-haltige Löschmittel sind seit Oktober 2025 EU-weit unter REACH beschränkt (VO EU 2025/1988). Halogenierte Flammschutzmittel stehen auf der ECHA-Kandidatenliste für Restriktionsmaßnahmen (ECHA Flame Retardants Strategy 2023). Mineralische Hydroxide (ATH, MDH) sind von der ECHA-Strategie explizit ausgenommen und gelten als regulatorisch bevorzugte Alternativklasse.
Biopolymere PräventionsschichtSprühauftrag auf Vegetationsoberfläche
Mineralisch-biopolymere WirkmatrixATH/MDH + Schichtsilikate + Biopolymerbinder
HaftvermittlungAdhäsion auf organischem Substrat
VegetationssubstratHolz, Stroh, trockene Biomasse, Gras

Schematischer Schichtaufbau — nicht maßstabsgetreu

Systemansatz

Vier komplementäre physikalisch-thermische Wirkebenen

Das System wird in der Gefährdungsperiode auf identifizierten Risikoflächen ausgebracht — nicht im Brandeinsatz. Die Wirkdauer ist auf Wochen bis wenige Monate ausgelegt und deckt die kritische Sommertrockenphase ab. Nach dem ersten ergiebigen Niederschlagsereignis beginnt der biologische Abbau der Schicht ohne Rückstandsproblematik.

01

Feuchtekonservierung

Biopolymere Filmmatrix verlangsamt die Austrocknung der behandelten Substratfläche durch hydrophile Bindung von Wasser in der Oberflächenschicht.

02

Endotherme Kühlwirkung

Mineralische Hydroxide (ATH/MDH) nehmen Wärme durch Zersetzung auf und setzen Wasserdampf frei — die lokale Temperatur wird unter der Zündgrenze gehalten.

03

Intumeszenz

Strukturgebende Komponenten bilden bei Wärmeexposition eine poröse, isolierende Kohleschicht, die Wärmeübertragung und Sauerstoffzutritt verlangsamt.

04

Thermische Isolation

Schichtsilikate und strukturgebende Mineralien reduzieren den Wärmedurchgang an der Substratoberfläche und schützen das darunter liegende Material.

Ausbringung

Sprühverfahren — geeignet für bodengebundene Gerätetechnik sowie Luftapplikation bei schwer zugänglichen Flächen. Keine halogenierten Wirkstoffe, keine PFAS-haltigen Komponenten. Biologisch abbaubar nach der kritischen Expositionsperiode.

Einsatzfelder

Sechs Anwendungskontexte

Waldränder & Trassenkorridore

Vegetationsflächen mit erhöhter Waldbrandexposition in Hitze-Trockenperioden — lineare Strukturen entlang von Wegen, Lichtungen und Waldrändern mit hohem Anteil trockener Biomasse.

Infrastrukturkorridore

Präventive Saisonbehandlung entlang Bahn, Straße und Energieleitungstrassen — Bereiche mit eingeschränktem Löschzugang und hohem Schadensrisiko bei Flächenbrand.

Truppenübungsplätze

Präventive Vegetationsbehandlung in der feuergefährlichen Sommerperiode — insbesondere auf Flächen mit hohem Anteil trockener Biomasse und eingeschränkter Zufahrt im Gefährdungsfall.

Stallgebäude & Pferdeställe

Pferdeställe konzentrieren hohe Werte auf engem Raum und verfügen selten über flächige Brandschutzsysteme. Laut österreichischer Erhebung (ÖBFV/VVO 2020) sind in 43 % aller Hofbrände Ställe mit Tieren betroffen — der durchschnittliche Schaden liegt bei über 200.000 Euro. BPS entwickelt tierverträgliche Formulierungen in Zusammenarbeit mit Veterinären und lässt diese auf Unbedenklichkeit für Tiere prüfen.

Landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude

Scheunen, Maschinenhallen und Heulager mit hohem Brandlastanteil. Präventive Behandlung der Außenhülle und angrenzender Vegetationsbereiche als Ergänzung zu baulichen Schutzmaßnahmen.

Regionen mit begrenzter Löschkapazitätsverfügbarkeit

Gebiete, in denen der EU-Kapazitätspool (rescEU) bei simultanen Großereignissen keine unmittelbare Ressource darstellt. Präventive Flächenbehandlung als eigenständige Risikoreduzierungsstrategie — unabhängig von reaktiven Löschkapazitäten.

Systemvergleich

Biopolymere Prävention vs. bestehende Verfahren

KriteriumKlassische VerfahrenBiopolymere Brandschutzlösung
EinsatzzeitpunktReaktiv — im Brandeinsatz oder unmittelbar davorPräventiv — Wochen bis Monate vor der Gefährdungsperiode
FlächenskalierungMechanische Verfahren (Mulchen, Freischneiden) nicht flächig skalierbarSprühauftrag per Hydroseeder oder Luftapplikation — skalierbar auf große Flächen
RegulatorikHalogenierte FR unter ECHA-Restriktionsdruck; PFAS-Löschmittel seit 10/2025 beschränktAußerhalb aller aktuellen Restriktionsrahmen — ATH/MDH explizit ausgenommen
Biologischer AbbauChemische Rückstände im Boden; PFAS persistentVollständig biologisch abbaubar — kein Rückstand nach Niederschlag
KapazitätsbindungErfordert Einsatzkräfte im AkutfallVorbehandelte Flächen binden im Brandeinsatz keine Löschkapazitäten

Förderprogramme

Relevante EU-Förderrahmen

Das Anwendungsfeld ist relevant für mehrere EU-Förderprogramme im Bereich Katastrophenschutz und Klimaanpassung. BPS plant die Einreichung entsprechender Förderanträge für validierte Systeme.

EU-Programm

EU LIFE Climate Adaptation

Förderrahmen für Maßnahmen zur Klimaanpassung — Teilbereich Disaster Prevention und Waldbrandprävention.

EU-Programm

DG ECHO — Disaster Risk Reduction

Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz — Förderung präventiver Maßnahmen zur Risikoreduktion bei Naturkatastrophen.

Strategierahmen

EU-Waldstrategie 2030

Forschungs- und Entwicklungsrahmen im Bereich Waldbrandprävention — Innovationsförderung für naturbasierte Schutzsysteme.

Interesse an präventivem Brandschutz?

Sprechen Sie uns an — ob zu konkreten Anforderungen auf Risikoflächen, möglichen Entwicklungskooperationen oder veterinärmedizinischer Validierung für Stallbereiche.

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