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Anwendungsfeld

Biopolymere Abdecklösungen zur Konservierung von Schneedepots

Sprühbare Zwei-Schicht-Systeme reduzieren schmelz- und sublimationsbedingte Verluste an Schneedepots über die Sommermonate — ohne Vlies, ohne Rückbau, ohne Mikroplastikeintrag.

Entwicklungsstand
Pilotphase
SchutzrechtA65025/2026Österreichisches Patentamt · Feb. 2026
ApplikationHydroseeder · Anspritzverfahren
FormulierungsvarianteWGK-freie Variante verfügbar

Problemstellung

Warum bestehende Verfahren unter Druck geraten

Schneedepots unterliegen über die Sommermonate erheblichen Schmelz- und Sublimationsverlusten. Der bisherige Stand der Technik sind textile Abdecksysteme — Vlies und Hackschnitzel. Beide Verfahren haben strukturelle Nachteile, die mit wachsendem regulatorischem und logistischem Druck zusammentreffen.

Fasereinträge synthetischer Vliese in Oberflächengewässer sind von der EU-Kommission explizit als relevante Mikroplastikquelle identifiziert. Spezifische Beschränkungsmaßnahmen für Geotextilien sind in Vorbereitung.

Regulatorischer Kontext

Synthetische Geotextilien werden von der EU-Kommission als relevante Quelle unbeabsichtigt freigesetzten Mikroplastiks eingestuft (Null-Schadstoff-Aktionsplan, REACH-Beschränkung Nr. 78, VO EU 2023/2055 in Kraft seit Oktober 2023). Spezifische Beschränkungsmaßnahmen für Geotextilien im Freilandeinsatz sind in Vorbereitung.
Deck-Coat — Organische Fasermatrix + Leichtmineralien
Base-Coat — Schichtsilikate + Biopolymer-Filmmatrix
Grenzschicht — Haftvermittlung auf Schneeoberfläche
Schneedepot

Schematischer Schichtaufbau — nicht maßstabsgetreu

Systemansatz

Drei physikalische Wirkebenen

Das System wird im Anspritzverfahren über handelsüblichen Hydroseeder direkt auf bestehende Schneedepots aufgetragen. Die Wirkung basiert auf drei sich ergänzenden physikalischen Mechanismen.

01

Albedo-Optimierung

Plättchenförmige Schichtsilikate im Base-Coat erhöhen die Reflexion solarer Strahlung. Weniger absorbierte Wärme direkt an der Schneeoberfläche.

02

Thermische Isolation

Die loftige Deckschichtstruktur aus organischen Fasern und Leichtmineralien reduziert den konvektiven Wärmeaustausch zwischen Atmosphäre und Schnee.

03

Sublimationshemmung

Definierte Porenstruktur und Feuchtemanagement in der Grenzschicht verlangsamen den direkten Phasenübergang von Eis zu Wasserdampf.

Systemvergleich

Biopolymere Lösung vs. bestehende Verfahren

KriteriumVlies / HackschnitzelBiopolymere Abdecklösung
MikroplastikeintragSynthetische Fasereinträge in Schmelzwasser dokumentiertKeine synthetischen Fasern — WGK-freie Variante verfügbar
LogistikaufwandTransport, Ausbringen, Bergen, Entsorgen erforderlichAnspritzung per Hydroseeder — kein Rückbau, kein Entsorgungsaufwand
Dezentrale StandorteFahrwege und Massentransport erforderlichMicro-Depots entlang Beschneiungsinfrastruktur möglich
Biologischer AbbauBergung und Entsorgung nach Saison erforderlichBiologisch abbaubar — vollständiger Abbau ohne Rückstand
RegulatorikSynthetische Geotextilien unter EU-BeobachtungAußerhalb aktueller Restriktionsrahmen positioniert

Gewässerschutz

WGK-freie Formulierungsvariante

Für Standorte in Gewässerschutzgebieten oder mit direktem Schmelzwasserpfad in Oberflächengewässer steht eine Variante ausschließlich auf Basis von Rohstoffen ohne Wassergefährdungsklasse zur Verfügung.

  • Keine organischen Lösungsmittel
  • Keine ökotoxikologisch relevanten Additive
  • Geeignet für Einsatz in Wasserschutzgebieten
  • Vollständige Schmelzwasser-Unbedenklichkeit

Schutzrechtshinweis

Für das Schichtsystem und das Verfahren zur Abdeckung von Schneekörpern wurde beim Österreichischen Patentamt eine Prioritätsanmeldung eingereicht (Aktenzeichen A65025/2026, Einreichdatum 14. Februar 2026). Das Verfahren ist anhängig.

Einsatzfelder

Drei Anwendungskontexte

Skigebiete — Snowfarming

Startdepots für Phasen, in denen technische Beschneiung nicht effizient möglich ist (Temperaturfenster, Energiekosten). Das System konserviert bestehende Schneemassen bis zum Saisonbeginn.

Gletscher & Altschneeflächen

Großflächige Applikation auf bestehenden Altschneeflächen ohne Pistengerät — Sprühauftrag per Rucksackgerät oder Hydroseeder-Fahrzeug. Kein Formen von Depots erforderlich.

Langlaufzentren

Micro-Depots entlang der Loipentrassen — dezentral angelegt, ohne zusätzliche Fahrweginfrastruktur. Reduzierung von Transportwegen und Maschinenaufwand gegenüber zentralen Depotlösungen.

Haben Sie Interesse an diesem Ansatz?

Sprechen Sie uns an — ob zu konkreten Anforderungen, möglichen Entwicklungskooperationen oder als Systempartner. Wir begleiten von der Pilotanwendung bis zur skalierten Systemlösung.

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