Anwendungsfeld
Oberflächenstabilisierung
Sprühbare biopolymere Schichtsysteme für Abdichtung, Flächenabdeckung und temporäre Wegestabilisierung. BPS entwickelt zementfreie Systemlösungen, die Schadstoffbarriere, Erosionsschutz und Rekultivierungsfähigkeit in einem Verfahren kombinieren.
Problemstellung
Warum klassische Abdichtungs- und Abdecksysteme strukturell an Grenzen stoßen
Deponien, Altlastenflächen, Bergbauhalden und offene Rohböden erfordern Oberflächenschutz, der mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllt: Schadstoffbarriere, Erosionsschutz, Witterungsbeständigkeit — und in vielen Fällen eine anschließende Rekultivierungsfähigkeit. Klassische Lösungen können diese Anforderungen strukturell nicht kombinieren.
Mineralische Dichtschichten auf Zementbasis schließen Vegetationsetablierung aus und sind bei sulfathaltigen Substraten chemisch unverträglich. Synthetische Geomembranen erfordern aufwändigen Rückbau, sind als Mikroplastikquelle dokumentiert und bieten keine biologische Integration. Lose Schüttabdeckungen stabilisieren nicht ausreichend gegen Wind- und Niederschlagserosion.
BPS entwickelt sprühbare Schichtsysteme auf Basis von Biopolymeren, Tonmineralen und reaktiven Feinstoffen — zementfrei, ohne Rückbaupflicht, mit definierten Barriereeigenschaften und wahlweise vegetationstauglicher Deckschicht.
Regulatorischer Kontext
Die Deponieverordnung (DepV) schreibt für Deponieabschlussflächen standortbezogene Barrieresysteme vor, ohne Festlegung auf eine spezifische Materialtechnologie. Die EU-Kreislaufwirtschaftsstrategie (KrWG) setzt Anreize für den funktionalen Einsatz von Sekundärrohstoffen. REACH-Beschränkungsverfahren für synthetische Polymere in Umweltanwendungen laufen parallel.
Zweischicht-Systemaufbau 2043-GH
Sprühbare Abdichtungs- und Schutzsysteme
Drei Systemvarianten — eine Materiallogik
BPS entwickelt eine Familie sprühbarer Schichtsysteme auf Basis von Biopolymeren, Tonmineralen und reaktiven Feinstoffen. Je nach Anforderungsprofil — Abdichtung, Atmungsaktivität oder beides — verschiebt sich die Formulierungszusammensetzung, nicht die Systemlogik. Alle Varianten sind zementfrei und erfordern keinen mechanischen Rückbau nach Nutzungsende.
Barriereschicht für Flächen mit dauerhaftem Sickerwasserschutzbedarf. Tonminerale und reaktive Feinstoffe bilden die primäre Barrierewirkung; Biopolymer und Fasern sichern Haftung und Risstoleranz des ausgehärteten Films.
Einschichtig · Sprühauftrag
PFAS-Altlasten · Deponien · BaugrubenVegetationstaugliche Variante für Flächen mit Rekultivierungspflicht. Leichtmineralien ersetzen dichte Tonminerale — die Schicht ermöglicht Gasaustausch, bietet Erosionsschutz und dient gleichzeitig als Keimgrundlage.
Einschichtig · Sprühauftrag
Böschungen · Infrastrukturhänge · TagebauKombination aus Abdichtungs-Basisschicht (2041-GD) und atmungsaktiver Decklage (2042-GP). Für Flächen mit gleichzeitiger Abdichtungs- und Rekultivierungsanforderung — in einem Applikationsgang realisierbar.
Zweischichtig · ein Arbeitstag
Bergbauhalden · Deponie-Endabdeckung| Eigenschaft | 2041-GD | 2042-GP | 2043-GH |
|---|---|---|---|
| Wasserdurchlässigkeit | Wasserundurchlässig | Diffusionsoffen | Barriere (Basis) + diffusionsoffen (Deck) |
| Vegetationstauglichkeit | Nicht vorgesehen | Geeignet | Geeignet über Decklage |
| Schadstoffbarriere | Primäre Funktion | Nicht vorgesehen | Über Basisschicht |
| Zementanteil | Keiner | Keiner | Keiner |
| Rückbau erforderlich | Nein | Nein | Nein |
Temporäre Wegestabilisierung
System 4021-TP — mineralisch-organische Wegestabilisierung aus Sekundärrohstoffen
Naturwege, Forstwirtschaftswege und temporäre Bau- und Veranstaltungsflächen erfordern Tragfähigkeit, die mit einfacher Schüttung nicht erreichbar ist — ohne dabei auf zementgebundene oder synthetische Systeme angewiesen zu sein.
BPS entwickelt System 4021-TP gemeinsam mit einem Kooperationspartner aus der Umwelt- und Recyclingtechnik. Grundlage ist ein rezyklierter Faserstoffstrom mit mineralisch-organischem Hybridcharakter, der in Kombination mit Biopolymer-Binderkomponenten zu einer sprühbaren Matrix verarbeitet wird. Nach Auftrag und Trocknung entsteht eine mechanisch belastbare, kohäsive Oberfläche ohne Rückbaupflicht und ohne Sondermüllentsorgung.
Der Faserstoffstrom wurde im Rahmen einer unabhängigen Materialprüfung auf Schadstoffrelevanz untersucht. Aktuell kein toxikologisches Ausschlusskriterium identifiziert. Offene Validierungsschritte vor Systemreife betreffen die Eluatanalytik für gewässernahe Bereiche sowie die Applikationsauslegung auf Basis der Faserlängenverteilung.
Entwicklungsansatz Kreislaufwirtschaft
BPS und Kooperationspartner prüfen gemeinsam, ob rezyklierte Faserstoffströme als funktionale Systembausteine in der Wegestabilisierung eingesetzt werden können. Dieser Ansatz folgt der EU-Kreislaufwirtschaftsstrategie: nicht als Abfallverwertung positioniert, sondern als geprüfte Sekundärrohstoffintegration mit definierten Leistungsparametern.
System 4021-TP — Materiallogik
Naturwege & Forstwirtschaft
Stabilisierung ohne Versiegelung. Witterungsbeständig, tragfähig für Forstmaschinen, kein Rückbau nach Nutzungsende.
Temporäre Bau- & Veranstaltungsflächen
Schnell applizierbar, kein Entsorgungsaufwand. Verwittert nach Nutzungsende biologisch.
Windpark- & Infrastrukturbaustellen
Erschließungswege in der Bauphase — nicht dauerhaft befestigt, vollständig rückstandsfrei.
Systemabgrenzung
Oberflächenstabilisierung und Bodenschutz — komplementär, nicht redundant
Die Systeme 2041-GD bis 2043-GH sowie 4021-TP wirken auf der Oberfläche — sie verhindern, dass Partikel mobilisiert werden. Erosionskontrollsysteme wirken im Bodenverbund — sie schaffen strukturelle Verzahnung in der Bodenmasse. Beide Ansätze adressieren denselben Grundmechanismus über unterschiedliche Eingriffspunkte und sind systemisch kombinierbar.
| Kriterium | Oberflächenstabilisierung (2041–2043, 4021) | Bodenschutz & Erosionskontrolle |
|---|---|---|
| Eingriffspunkt | Oberfläche — Partikelimmobilisierung | Bodenverbund — strukturelle Verzahnung |
| Primäre Funktion | Abdichtung · Abdeckung · Flächensicherung | Standsicherheit · Wasserrückhalt · Vegetationsgrundlage |
| Typischer Untergrund | Deponie · Altlast · Weg · Betriebsfläche | Rohboden · Böschung · Steilhang · Sandsubstrat |
| Regulatorischer Treiber | DepV · KrWG · REACH | BBodSchV · EU-WRRL · Gewässerschutz |
| Kombination möglich | Ja — 2043-GH kombiniert Abdichtung und Rekultivierungsgrundlage in einem Systemaufbau |
Anforderung im Bereich Abdichtung, Altlastensicherung oder Wegestabilisierung?
BPS entwickelt die Systeme 2041-GD bis 4021-TP gemeinsam mit Partnern aus Umwelt- und Recyclingtechnik sowie Geo-Engineering. Nennen Sie uns Ihren Systemcode — wir ordnen Ihre Anforderung direkt zu.