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Leistungen

Das Problem ist nicht das Material — es ist die Spezifikation.

Viele Leistungsverzeichnisse im Bereich Begrünung, Bodenkunde und Materialauswahl sind veraltet — teilweise Jahrzehnte alt, punktuell angepasst, aber nie systematisch auf den Stand der Technik gebracht. BPS hat die Schnittstelle zwischen Materialkunde und Praxis. Wir helfen, Spezifikationen zu überarbeiten die dieser Realität nicht mehr entsprechen.

Entwicklungsstand
Verfügbar
ThemenbereicheVegetation · Bodenkunde · MaterialauswahlAlle drei Bereiche weisen systematische Defizite in bestehenden LV-Texten auf.
NormbezugSTLB-Bau · DIN 18918 · DIN 18915–18920 · ZTV Vegtra · RVS 02.02.31 · Ö-Norm B 2606 · weitere
EinstiegBestehendes LV oder Beschreibung der Ausschreibungsaufgabe genügt.

Das strukturelle Problem

Normen aus den 1970ern — Materialien aus dem Jahr 2026

Die Normen und Regelwerke die den heutigen Ausschreibungen im Bereich Begrünung und Bodenschutz zugrunde liegen, entstanden überwiegend in den 1970er und 1980er Jahren. Sie wurden seither punktuell angepasst — einzelne Paragrafen überarbeitet, einzelne Stoffe ergänzt oder gestrichen — aber nie systematisch mit dem tatsächlichen Stand der Materialentwicklung abgeglichen.

Das Ergebnis ist ein Sammelsurium an Formulierungen, die sowohl für Ausschreibende als auch für ausführende Betriebe problematisch sind. Ausschreibende spezifizieren Materialien die am Markt kaum noch erhältlich sind oder längst durch bessere Alternativen ersetzt wurden. Betriebe bieten auf Leistungsverzeichnisse, die technisch überholt sind — und haben keine normative Grundlage um zeitgemäße Alternativen anzubieten.

Die Materialangebote und die Erfahrungen der Fachleute mit einzelnen Werkstoffen haben sich in den letzten 30 Jahren massiv weiterentwickelt. Die Normen haben diese Entwicklung nicht abgebildet. Diese Lücke ist das eigentliche Problem — und der Ansatzpunkt für BPS.

Entwicklungsstand — Normen vs. Materialien

Normen & Regelwerke
Erstellung
Einzelanpassungen
Heute
Materialentwicklung
Basis
Intensive Entwicklung
Stand heute
19701985200020152026

Die Schere öffnet sich weiter: Normen haben die Materialentwicklung der letzten drei Jahrzehnte nicht abgebildet. LV-Texte die auf diesen Normen basieren, spezifizieren häufig Materialien die am Markt nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.

Defizitbereiche

Drei Themenbereiche — systematische Lücken

Die Defizite in bestehenden LV-Texten sind kein Zufallsprodukt. Sie folgen einer Logik: Normen wurden punktuell angepasst, aber nie im Kontext der gesamten Materialentwicklung bewertet. Drei Bereiche sind besonders betroffen.

Bereich 01

Vegetation & Begrünung

Vegetationsausschreibungen nach DIN 18918 und ZTV Vegtra weisen grundlegende fachliche Lücken auf, die sich durch das bloße Abschreiben bestehender Texte über Jahrzehnte erhalten haben.

Kein Bezug zur Abstimmung von Mulchmaterial, Zuschlagsstoffen und Stickstoffdüngung aufeinander — besonders kritisch bei kräuterlastigen Mischungen mit niedrigen Stickstofftoleranzen

Saatgutspezifikationen ohne Herkunftsnachweis oder Keimfähigkeitsangabe nach aktuellem Stand

Anwuchsgarantien ohne definierte Standort- und Substratparameter — rechtlich und fachlich unhaltbar

Bereich 02

Bodenkunde & Substrate

Substratspezifikationen in LV-Texten orientieren sich häufig an veralteten Bodenklassifikationen und ignorieren moderne bodenbiologische Erkenntnisse zur Aktivität des Bodenmikrobioms.

Humusgehaltsangaben ohne Differenzierung zwischen stabilem Humus und labiler organischer Substanz

pH-Wert-Vorgaben ohne Bezug zur geplanten Pflanzengemeinschaft oder Bodenbiologie

Verdichtungsgrade ohne Differenzierung nach Vegetationsschicht und Tragschicht — bodenphysikalisch unzureichend

Bereich 03

Materialauswahl & Bindemittel

Der gravierendste Bereich: Materialien die in den 1970ern als Stand der Technik galten, stehen heute unter regulatorischem Druck oder sind schlicht durch bessere Alternativen ersetzt worden — ohne dass LV-Texte das reflektieren.

Stroh als Deckmulch stammt aus einer Zeit vor speziell entwickelten Fasermaterialien — die Technik ist heute deutlich weiter

Polybutadienkleber in Begrünungsausschreibungen nicht mehr zeitgemäß — Alternativen existieren, werden aber normativ nicht geführt

Polyacrylamid-Polymere ohne klares Sicherheitsdatenblatt-Erfordernis ausgeschrieben — regulatorisch und ökologisch problematisch

Konkrete Fälle

Vier Beispiele — stellvertretend für ein systemisches Problem

Die folgenden Beispiele stehen stellvertretend für eine weitverbreitete Praxis: LV-Texte werden kopiert, ohne dass der fachliche Hintergrund der ursprünglichen Spezifikation bekannt ist oder hinterfragt wird. Das Ergebnis sind Ausschreibungen die technisch überholt, rechtlich angreifbar oder ökologisch bedenklich sind.

Nicht mehr zeitgemäß

Stroh als Deckmulch

Stroh wurde als Abdeckmaterial in Begrünungsausschreibungen etabliert, als es noch keine Alternative gab. Es ist das Nebenprodukt der Landwirtschaft das zur Hand war — nicht das Material das die beste Schutzwirkung bietet.

Stand heute: Speziell entwickelte Holz- und Cellulosefasermaterialien bieten definierte Faserlängenverteilung, kontrolliertes C/N-Verhältnis, bessere Bodendeckung und reproduzierbare Applikationseigenschaften. Sie sind in LV-Texten kaum normativ verankert.

Regulatorisch problematisch

Polyacrylamid-Polymere ohne SDB-Anforderung

Polyacrylamid-basierte Bodenstabilisatoren und Erosionsschutzmittel werden in Ausschreibungen ohne Anforderung an ein Sicherheitsdatenblatt oder Restmonomergehalt spezifiziert. Das Restmonomerpotenzial von Acrylamid ist toxikologisch relevant.

Stand heute: EU-REACH schreibt für derartige Stoffgruppen klare Dokumentationspflichten vor. LV-Texte die PAM ohne SDB-Anforderung ausschreiben, entsprechen nicht dem regulatorischen Stand und schaffen Haftungsrisiken für Ausschreibende.

Technisch überholt

Polybutadienkleber in Begrünungssystemen

Polybutadienbasierte Klebstoffe wurden in frühen Hydroseeding- und Erosionsschutzsystemen eingesetzt. Sie sind in einigen älteren Normtexten noch als Referenzmaterial geführt — obwohl sie am Markt kaum noch eine Rolle spielen.

Stand heute: Biopolymere und naturbasierte Bindemittel bieten gleichwertige oder bessere Klebeigenschaften bei vollständiger biologischer Abbaubarkeit. Der normative Verweis auf Polybutadien hat keine technische Grundlage mehr.

Fachlich unvollständig

Fehlende C/N-Abstimmung in Vegetationsausschreibungen

Das C/N-Verhältnis von Mulchmaterial, organischen Zuschlagsstoffen und die applizierte Stickstoffmenge müssen aufeinander abgestimmt sein. Holzfaserreiche Mulche mit weitem C/N binden verfügbaren Bodenstickstoff temporär und konkurrieren direkt mit der Keimung. In den meisten LV-Texten kommt dieser Zusammenhang schlicht nicht vor.

Stand heute: Besonders bei kräuterlastigen Mischungen — die von Haus aus niedrige Stickstofftoleranzen haben — führt ein nicht abgestimmtes C/N im Deckmulch zu Anwuchsmisserfolgen die dem Saatgut angelastet werden. Eine vollständige Substratspezifikation muss Mulchmaterial, Zuschlagsstoffe und Stickstoffversorgung gemeinsam adressieren.

Was BPS leistet

Von der Analyse zum überarbeiteten LV-Text

BPS bewertet bestehende LV-Texte fachlich, identifiziert veraltete oder problematische Spezifikationen und überarbeitet sie auf den Stand der Technik — mit Bezug auf aktuelle Normen, Materialverfügbarkeit und regulatorische Anforderungen.

01

LV-Analyse & Bewertung

Systematische Durchsicht bestehender Leistungsverzeichnisse auf veraltete Materialspezifikationen, fehlende Parameter und regulatorische Lücken. Priorisierung der Überarbeitungsbedarfe.

Materialspezifikationen auf Aktualität prüfen

Fehlende Parameter identifizieren

Regulatorische Risiken kennzeichnen

02

Rohstoff- & Materialbewertung

Fachliche Bewertung ausgeschriebener Materialien — Verfügbarkeit, technische Eignung, regulatorischer Status, naturbasierte Alternativen. Grundlage für die Überarbeitung.

Materialvergleich alt vs. aktueller Stand

Alternativenvorschläge mit Begründung

Sicherheitsdatenblatt-Anforderungen prüfen

03

Überarbeiteter LV-Text

Überarbeitete Leistungstexte nach STLB-Bau, DIN, Ö-Norm oder projektspezifisch — fachlich aktualisiert, normativ begründet, applikationspraktisch formuliert.

STLB · DIN · Ö-Norm · projektspezifisch

Inkl. Materialanforderungen und Prüfparameter

Verwendbar in Ausschreibung und Vergabe

Normbezug

DIN 18918

Ingenieurbiologische Sicherungsbauweisen

Lücken in Materialbezug
DIN 18915–18920

Vegetationstechnik im Landschaftsbau

Lücken in Materialbezug
ZTV Vegtra-M

Vegetationstragschichten Straßenbau

C/N-Abstimmung fehlt
RVS 02.02.31

Begrünung Straßenbau Österreich

Fasermaterialien unvollständig
STLB-Bau LB 620

Landschaftsbau — Begrünung

Materialstand überholt
Ö-Norm B 2606

Begrünungsarbeiten Österreich

Fasermaterialien unvollständig
DIN 19682

Bodenuntersuchungsverfahren

Aktuell — Referenzgrundlage
EU REACH

Chemikalienregistrierung & -bewertung

In LV-Texten selten referenziert
Projektspezifisch

Individuelle Leistungsbeschreibungen

Auf Anfrage

Normaktualisierung als Forschungsfeld

Die systematische Überarbeitung von Normtexten im Bereich naturbasierter Begrünungs- und Bodenschutzsysteme ist ein anerkanntes Forschungsfeld in EU-Förderprogrammen. BPS bringt Praxiswissen, Materialkenntnis und regulatorische Kompetenz in entsprechende Projektkonsortien ein.

Projektanfrage stellen

Veraltetes LV? Wir schauen es uns an.

Schicken Sie uns das bestehende Leistungsverzeichnis oder beschreiben Sie die Ausschreibungsaufgabe. BPS identifiziert die Schwachstellen und macht einen Vorschlag für die Überarbeitung — ohne Verpflichtung.

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